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Pascale Kramer

Notice biographique - Bibliographie - "Manu" et "Onze ans plus tard" -
Pascale Kramer, Anne-Lise Grobéty : due scritture femminili
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L'implacable brutalité du réveil

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Pascale Kramer
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Les Vivants par Jean-Michel Olivier


  Notice biographique

 

 

Pascale Kramer est née en 1961 à Genève et vit à Paris. Après un baccalauréat à Lausanne, elle s'oriente vers la publicité et devient conceptrice-rédactrice dans une société publicitaire de Zurich. Elle s'installe ensuite à Paris, où elle crée et dirige sa propre agence de publicité, tout en continuant à écrire des romans. Elle a vingt ans lorsqu'elle publie son premier ouvrage, Variations sur une même scène . Après Terres fécondes , en 1984, elle se taira dix ans avant de publier Manu (Prix Michel Dentan 1996). Depuis 2003, tous ses romans paraissent au Mercure de France.

 

 

  Bibliographie

Publications

Variations sur une même scène , L'Aire, 1982

 

Terres fécondes , L'Aire, 1984

 

Manu , Calmann-Lévy, 1995 - Prix Dentan 1996

 

Le bateau sec , Calmann-Lévy, 1997

 

Onze ans plus tard , Calmann-Lévy, 1999 (repris en Folio n°3444)

 

Les Vivants , Calmann-Lévy, 2000 (repris en Folio n°3738) - Prix Lipp 2001

 
Préambule à la barque (nouvelle), in DOCUMENT Stéphane Zaech , Editions art & fiction, 2002
 

Retour d'Uruguay , Mercure de France, 2003

 

L'adieu au Nord , Mercure de France, 2005

 

Fracas , Mercure de France, 2007

 
L'implacable brutalité du réveil, Editions Mercure de France, 2009

Deutsche Uebersetzungen

Die Lebenden , Uebersetzung von Andrea Spingler, Zürich-Hamburg, Arche Verlag, 2003.

 

Züruck , Uebersetzung von Andrea Spingler, Zürich-Hamburg, Arche Verlag, 2004.

 

Abschied vom Norden, Uebersetzung von Andrea Spingler, Zürich-Hamburg, Arche Verlag, 2007.


Traduzioni italiane

Manù , traduzione di Anna Pensa, Napoli, Cronopio, 1997.

 

  "Manu" et "Onze ans plus tard"

EIN GANZ ALLTÄGLICHES VERSAGEN

"Manu " und "Onze ans plus tard " -
zwei irritierende Romane der Westschweizerin Pascale Kramer

Pascale Kramer schreibt in ihren Romanen über das Universum erstarrter Paarbeziehungen, des Mittelmässigen und subtiler Gewalt. Die Texte der in Paris lebenden Autorin atmen Welthaltigkeit und entbehren ganz der oft limitierenden Verankerung in den Westschweizer Zuständen, ohne die die französischsprachige Literatur der Schweiz nicht auszukommen scheint.

Pascale Kramers Romane erinnern ein wenig an die Kriminalgeschichten, die mit einem Toten und einem Mörder anfangen. Der Leser weiss also mehr als die Polizei und kann zu jedem Zeitpunkt beurteilen, wie weit die Polizei von der Aufklärung des Falls entfernt ist. Nur: Der Tod, von dem aus die 38jährige Autorin ihre Geschichten in die Vergangenheit zurückspult, tritt zufällig ins Leben - und erscheint doch als Folge jahrzehntelangen menschlichen Versagens, als unmittelbare Konsequenz alltäglicher Egoismen und Hassgefühle, mit denen sich Menschen die Hölle auf Erden bereiten. Auch ist es nicht die Polizei, die Ermittlungen führt, sondern Pascale Kramer tut dies selbst, indem sie jeweils eine "Chronique d'une mort annoncée" erzählt, an dessen Anfang der Tod gleichsam als eine unausweichliche Folge des Erzählten erscheint. In "Manu", Pascale Kramers 1996 mit dem renommierten Westschweizer Prix Dentan ausgezeichneten Erstling, stirbt ein vierjähriges Kind an einem Hitzeschock in der Badewanne eines Athener Appartements. Dorthin war es verfrachtet worden, um Platz zu schaffen für eine von Yvans ausschweifenden Parties.

In einer Lüge nimmt die tragische Entwicklung ihren Anfang. Um Manu, die er in einem Bus kennenlernt, schneller verführen zu können, gibt sich Yvan als Witwer aus. Maria, seine Frau, ist für zwei Wochen nach Italien zur Beerdigung ihres Vaters gefahren. Im Schwindel der Sorglosigkeit driften Yvan und Manu in eine irreale Welt aus Ennui und Leidenschaft. Ob er Manu liebt, weiss Yvan eigentlich gar nicht. Allein Manu empfindet aufrichtige Gefühle, doch Yvan verfällt immer wieder in jene Momente emotionaler Lähmung, die er auch bei Maria erlebt. Kaum auszuhalten ist die Spannung zwischen Manus Erwartungen und Yvans Feigheit, ihr die Wahrheit zu erzählen. Dumpf liegt die Hitze des Athener Sommers über dem Geschehen. Sie scheint allen den Sinn für die Realität zu rauben. Yvans kleiner Sohn erweist sich bald als ein Störfaktor im unbegrenzten erotischen Spiel. Schemenhaft zeichnet Pascale Kramer die Vorahnungen der Katastrophe: Kleine Verletzungen, die sich das Kind beim Spielen zuzieht, weil niemand auf es aufpasst. Einer göttlichen Strafe gleich bricht dann das Irreparable über Yvan herein: Verbannt in die feuchte Schwüle des Badezimmers stirbt das Kind am Tage von Marias Rückkehr.

Pascale Kramer beschreibt ein Universum, das seine Personen mit den Banden der Gewohnheit und Mittelmässigkeit, vor allem aber einer unter die Haut gehenden Charakterlosigkeit gefangenhält, mit hoher atmosphärischer Dichte: mal feuchtschwül, mal erstickend, dann wieder mörderisch und eisig zugleich - eine Virtuosität, die ihr auch in ihrem neusten Roman "Onze ans plus tard" in bemerkenswerter Weise gelingt. Auch die Erzählstrucktur wurde bereits in "Manu" erprobt. Am Anfang steht einmal mehr ein tragischer Tod. David stürzt zu Tode, als er versucht, einen Ball aus der Regenrinne zu holen. In der Zufälligkeit, Tragik und Ungeschicklichkeit, die Davids Tod anhaften, spiegelt sich die Unerfülltheit aller Ideale, die am Anfang seiner Ehe mit Betty vor 11 Jahren standen. Elf Jahre des sozialen Aufstiegs, elf Jahre der reziproken Indifferenz, der entäuschten Hoffnung, aber auch der Anhäufung von Lebenskomfort, in dem man bald eine schmerzlindernde Wirkung erkannt hat. Jeder hat Gründe, den anderen zu hassen. Betty hasst David, weil er sie ganz offenkundig betrügt, David nimmt ihr eine Fehlgeburt übel. Wie vergiftete Pfeile schiesst die Sprache der täglichen Schuldzuweisungen zwischen den beiden hin und her. Im letzten Moment nimmt man sich immer wieder zurück, gauckelt sich selbst oder den Freunden die heile Welt vor. Pascale Kramer verzichtet ganz auf direkte Rede. So wirkt der Wortwechsel mitunter manieriert, was die vernichtende Suggestivkraft des Gesagten noch potenziert - einzigartig in der französichen Literatur der neunziger Jahre, aber auch irritierend, nur schwer aushaltbar.

Wie in "Manu" gelingen Pascale Kramer beklemmende Bilder individueller Hilflosigkeit, ja der Lächerlichkeit, im Augenblick der höchsten Spannung: etwa Davids Hin- und Herschwingen wie ein Telegraphenmast im Sturm unmittelbar vor dem Sturz, Bettys Haarknoten, der sich in den Rosen verfängt und für dessen Befreiung sie eine kleine Ewigkeit braucht, das dumpfe Geräusch des unzählige Male ausfringenden Balles auf dem Dach. Pascale Kramer gestaltet hier rhythmische Indizien einer ungenutzt verstreichenden Lebenszeit.

Davids Tod setzt einen Schlusspunkt und scheint Betty in ebenso tragischer wie wundersamer Weise ein Stück Freiheit wiederzugeben, jene eigene Entfaltungs möglichkeiten mithin, die sie vor elf Jahren aufgab. Doch selbst jetzt ist Betty unfähig, sich aus den Denkschemata und Zielen ihres Paarlebens zu lösen. Sie wolle sich nun ein neues Auto kaufen, lässt sie ihre Freunde wissen. Es ist das letzte, was wir von ihr hören.

In beiden Romanen überzeugen die Ökonomie der darstellerischen Mittel ebenso wie die hochkonzentrierte Plotgestaltung. Pascale Kramer verfügt über eine beachtliche sprachliche Kunstfertigkeit und über unbegrenzte Möglichkeiten, Stimmungen herzustellen. Neben Elisabeth Horem, der Weitgereisten, die in ihren Romanen Szenarien der Erinnerung an fremde Welten konstruiert, die nur in ihrer Imagination zu existieren scheinen, hat mit Pascale Kramer in der Mitte dieses Jahrzehnts eine weitere Stimme die literarische Bühne der Westschweiz betreten, die Distanz nimmt zum Milieu, zu jenen oftmals limitierenden, diversen, persönlichen oder sozioprofessionellen Umgebungen mithin, mit denen so viele Autorinnen und Autoren zwischen Porrentruy und

Sierre, Genf und Fribourg ihre Geschichten alimentieren. Ob es sich bei dieser geographischen und atmosphärischen Distanznahme um Einzelfälle oder eine Tendenz handelt, werden die nächsten Jahre zeigen.

Pascale Kramer, Manu, Calman-Lévy, Paris 1995
Pascale Kramer, Onze ans plus tard, Calman Lévy, Paris 1998.

Michael Wirth
Avec l'autorisation de la Schweizer Monatshefte

 

  Pascale Kramer, Anne-Lise Grobéty : due scritture femminili

Una vicenda immaginata da Tennessee Williams, con personaggi di Francis Scott Fizgerald, in una scenografia disegnata da Dennis Hopper. Con questi tre riferimenti americani potremmo riassumere l'angoscia che ci lascia addosso Pascale Kramer, con questo Les vivants: pubblicato da più di un anno ma ora coronato dal premio Lipp di Ginevra. In una casa esposta al sole e al vento, in un'estate tragica, quattro personaggi profondamente immaturi si trovano confrontati a un destino orrendo. Louise e Vincent perdono i loro due bambini in un incidente rapido e insensato. Dopo di che Vincent, Louise, suo fratello Benoît e la loro madre, incapaci di reagire e soffrire si consumeranno in una claustrofobica desolazione. Le loro vite si scuciranno, come se un filo da imbastitura bianco-sporco e molliccio le avesse fino ad allora tenute insieme. In silenzio, alla deriva. Potrebbero essere personaggi di Moravia, se la loro noia avesse un fondamento metafisico. Ma da questo libro si esce cambiati, trasfigurati dalla rabbia che si prova per l'inutilita di tanto soffrire, per l'aria viziata dall'egoismo e dal torpore. La conclusione e d'un'agghiacciante verita. Sfuggire al dolore immobile e insolubile e ancor piu tragicamente doloroso.

Meno sottile il disegno di Anne-Lise Grobéty, che con Le temps des mots a voix basse ci consegna - dopo nove anni di silenzio - un racconto per ragazzi di disarmante buonismo: due amici del cuore, i loro padri uniti dalla passione per la poesia, il nazismo e l'inevitabile separazione dall'amico ebreo. Da L'amico ritrovato ad Arrivederci ragazzi, il tema e stato troppo stupendamente trattato, perche la scrittrice neocastellana - nata nel 1949 - possa aggiungervi un sentimento nuovo. Al di la delle buone intenzioni, il suo ritorno narrativo delude dunque: e non ci resta che aspettarla ad una prossima prova piu consona alla finezza cui questa autrice ci ha abituato.

Pierre Lepori

Radio Svizzera Italiana – Rete2

 

  L'implacable brutalité du réveil

Pascale Kramer / L'implacable brutalité du réveil

 

Alissa et Richard étaient connus pour être le couple le plus sexy du campus. De leurs amours vient de naître Una. C'est l'été : le ciel californien est éclatant, on entend bourdonner les climatiseurs dans la résidence où ils viennent d'emménager. Laissée seule avec le bébé dont la totale dépendance l'émeut et l'accable, Alissa sombre inexorablement dans le doute. Mais le moment du choix est passé. Il n'y a pas de retour en arrière possible désormais.

Pascale Kramer a publié plusieurs romans, dont Les Vivants, L'adieu au Nord et Fracas

Pascale Kramer, L'implacable brutalité du réveil, Editions Mercure de France, 2009, 140 pages.

 

Page créée le 01.08.98
Dernière mise à jour le 17.03.09

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